Eigentlich sollte Jürgen Kotschie zufrieden mit seinem Leben sein, denn er hat Familie, ein großes Haus und ist auch in seinem Job als Bauleiter recht erfolgreich. Doch kurz vor seinem 50. Geburtstag schlägt bei ihm die Midlife-Crisis unbarmherzig zu. Plötzlich stellt Kotschie alles in Frage, ist mit seinem Körper nicht mehr zufrieden, von seinem Alltag genervt und träumt darüber hinaus ständig von seiner ehemaligen Geliebten. Obwohl nicht gerade als Draufgänger und Freund schneller Entscheidungen bekannt, beschließt Kotschie, sein Leben von Grund auf zu ändern. Doch zunächst macht er sich auf die Suche nach seiner Ex-Geliebten ...

Männer in der Midlife-Crisis, ein dankbares Thema im Film, nicht erst seit Claude Sautets "Vincent, François, Paul und die anderen", Woody Allens "Der Stadtneurotiker" oder Blake Edwards' Spaß "Skin Deep - Männer haben's auch nicht leicht". In der gut besetzten und präzise beobachteten Tragikomödie "Mensch Kotschie" taucht Regisseur Norbert Baumgarten ("Befreite Zone") in gut komponierten Bildern in das Leben eines von der Krise gebeutelten Mannes ein, den Stefan Kurt mit Bravour verkörpert. Denn die Szenen, in denen Baumgarten zu sehr ins Klamaukhafte und Absurde abzugleiten droht, rettet Kurt mit seiner darstellerischen Präsenz und seinem variablen Spiel.

Foto: SWR/Junifilm/Andreas Wünschirs