Eine karnevaleske Eltern-Polonaise treibt ausgelassen ihr Unwesen auf einer Picknickwiese in Mülheim an der Ruhr. Während sie die alten Naziuniformen wieder rausgekramt haben und ihrem Ringelreigen frönen, gehen anderswo mysteriöse Dinge vor sich ...

Regisseur, Autor und Kameramann Christoph Schlingensief drehte diesen wilden Parforce-Ritt durch einen surrealen Albtraum, der provokant und komisch ist. In nur zwölf Tagen in der Nähe von Mülheim im Ruhrgebiet gedreht, nutzt der Film den desolaten Zustand verlassener Kohlezechen und verfallener Gebäude für einen tabulosen Zitate-Reigen, der sich beim Bildfundus zweit- und drittklassiger Exploitationfilme ebenso bedient wie bei der Ästhetik des deutschen Expressionismus. Sein Trash-Menu mit Horror-, Krimi- und Slapstick-Zutaten, untermalt mit einem Jazz-Soundtrack von Helge Schneider, verweigert sich den Erzählkonventionen und schmeckt nicht jedem: "Menu Total" erwies sich als schwer verdaulich und begründete den Ruf Christoph Schlingensiefs als Enfant terrible. Im Forum des jungen deutschen Films bei der 36. Berlinale sorgte er für einen Skandal.

Foto: ZDF/Christoph Schlingensief