Einst war Serge Tanneur ein gefeierter Bühnenschauspieler, doch er hat sich zurückgezogen und lebt ruhig auf der Île de Ré im Atlantik. Nun aber besucht ihn sein alter Freund und Kollege Gauthier Valence, der inzwischen sein Geld als Hauptfigur in einer überaus erfolgreichen Arzt-Serie verdient. Gauthier will Serge aus der Reserve locken, indem er ihm offeriert, dass er Molières "Der Menschenfeind" inszenieren will und auf Serges Mitarbeit setzt. Der lehnt zunächst ab, kann aber kaum verleugnen, dass ihn die Rolle des Alceste durchaus reizt. Als Serge endlich zusagt, bei dem Stück mitzumachen, entspinnt sich zwischen den beiden Ex-Kollegen bald ein ungeahnter Zweikampf, in dem die Worte Molières nur Mittel zum Zweck sind. Denn schließlich gilt es, alte Rechnungen zu begleichen ...

Dank der beiden brillanten Hauptdarsteller wird diese Theateradaption zum puren Vergnügen. Denn die mimischen Nuancen und der Wortwitz zwischen sanfter Ironie und schierem Zynismus sorgen für einen feingeistigen Spaß, wie es ihn nicht oft im Kino zu bestaunen gibt. Die Schauspieler verstehen es vorzüglich, den Narzissten heraushängen zu lassen und mit Esprit die wortwitzigen Dialoge wiederzugeben. Regisseur Philippe Le Guay brauchte vermutlich nicht allzu viel mit den Schauspielern arbeiten, sondern einfach nur die Kamera anzuschmeißen. So ist dies kein inszenatorisches Meisterwerk, aber ein schauspielerisches.



Foto: Alamode