In nicht allzu ferner Zukunft altern die Menschen nicht mehr. Der letzte über 100-Jährige nennt sich Mr. Nobody und liegt im Sterben. Ein Reporter will von ihm wissen, wie das Leben in der Vergangenheit war, merkt aber bald, dass der Alte offenbar Erinnerungen durcheinander wirft. Denn er hatte offenbar schon als Junge Schwierigkeiten, sich entscheiden zu müssen. Der Grund: Nach der Trennung der Eltern weiß er nicht, ob er bei Vater oder Mutter bleiben soll und malt sich aus, wie die unterschiedlichen Leben aussehen könnten. Gleiches gilt auch für die Entscheidung in Sachen Liebe, zumal gleich drei Frauen Mr. Nobodys Gefühle in Wallung bringen ...

Ein phänomenales Werk über das Leben, die Liebe und den Tod, physikalische Gesetze und Möglichkeiten, über Konsequenzen von Entscheidungen, die Zufälle des Lebens und vieles mehr. Autor und Regisseur Jaco Van Dormael (nach diversen Kurzfilmen, "Toto der Held" und "Am achten Tag" erst sein dritter Langfilm) entführt den Zuschauer mit diesem komplexen Werk in ein fantasievolles Reich der Filmkunst, entwirft ein futuristisches Bild, um in verschachtelten Rückblenden in unsere jüngere Vergangenheit zu tauchen. Angeblich hat Van Dormael über zehn Jahre an dem Film gearbeitet (die Musik stammt wieder von seinem Bruder Pierre, der 2008 leider verstarb), hat immer wieder Änderungen am Skript vorgenommen, um letztendlich mit diesem Geniestreich zu enden. Tolle Bilder, viele Filmzitate, starke Darsteller – allen voran Hauptdarsteller Jared Leto als wandlungsfähiger Nobody – und die immer wieder zum Nachdenken und Sinnieren anregende Geschichte lassen nie Langeweile aufkommen. Derlei Meisterwerke sähe man gerne häufiger.





Foto: Concorde