Als im Jahre 1961 der Lehrer Mahir in den Osten der Türkei versetzt wird, ist er zunächst erschüttert, dass in dem unscheinbaren Dörfchen nicht einmal eine schulische Einrichtung existiert. Er will auf dem Absatz umkehren, wenn keine Schule errichtet wird, zu der auch die Mädchen unterrichtet werden sollen.

Tatsächlich fruchtet Mahirs Ultimatum bei der Bevölkerung und die Bauarbeiten beginnen. Noch während der Bauphase lernt Mahir den 34-jährigen, körperlich behinderten Analphabeten Aziz kennen. Fortan unterstützt er den Behinderten wo er nur kann. Sein Ziel: Die Dorfbewohner sollen erkennen, dass das richtige Herz wichtiger ist als Behinderungen. Aziz soll als gleichberechtigtes Mitglied der Dorfgemeinschaft angesehen werden.

Doch erst als der harte Winter über die Provinz hereinbricht und die Menschen um ihre Existenz kämpfen müssen, lernt Mahir die Menschen und deren hartes Leben erst richtig kennen ...

Ohne übertriebenes Pathos

Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller Mahsun Kırmızıgül schuf mit dieser Provinz-Geschichte ein durchaus beeindruckendes Werk vor einer Bilderbuch-Landschaft. Ohne übertriebenes Pathos - aber auch mit sehr eigenem Witz - schildert er das entbehrungsreiche Leben fernab von Metropolen Anfang der 1960er-Jahre.

Die Bilder berauschen

Hier hat man das Gefühl, dass Mahsun Kırmızıgül aus eigenen Erfahrungen heraus diese Geschichte entwickelt hat. Die Kamera ist mitunter atemberaubend, die Bilder berauschend, die Ausstattung und das Spiel der Schauspieler halbwegs authentisch und die Geschichte um Bildung und Toleranz gegenüber behinderter Menschen ungewöhnlich einfühlsam und packend.

Mit einem Budget von über vier Millionen Euro ist dies einer der teureren türkischen Filme.