Çamburnu, ein kleines Dorf im äußersten Nordosten der Türkei an der idyllischen Schwarzmeerküste. Mild-feucht ist das Klima, die Bewohner des kleinen Dorfes mit knapp über 1700 Einwohnern leben von der Landwirtschaft, Tee wird angebaut, die Lage am Meer zieht auch Touristen in diese Idylle. Doch der Schein trügt, denn seit Jahren laufen die Bewohner Sturm gegen die Mülldeponie, die ihnen quasi vor die Nase gesetzt wurde. Da die Anlage wichtige Sicherheits- und Baustandards unbeachtet lässt, wird die Umgebung immer mehr verseucht. Wenn es regnet, stinkt der Müllberg zum Himmel, Boden und Grundwasser sind längst kontaminiert. Doch die Dorfbewohner kämpfen weiter um ihre Existenz …

Çamburnu wäre hierzulande kein Begriff, wenn nicht der Hamburger Filmemacher Farin Akin 2007 in dem Dorf, aus dem sein Großvater stammt, die Abschlusssequenz seines vielfach preisgekrönten Dramas "Auf der anderen Seite" gedreht hätte. Seinerzeit wurde Akin, der mit Werken wie "Denk ich an Deutschland" und "Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul" bereits zwei Dokumentarfilme vorlegte, erstmals auf die Müllproblematik aufmerksam und beschloss, einen Film über Çamburnu zu drehen. Sechs Jahre lang hat Akin an "Müll im Garten Eden" gearbeitet und dokumentiert sehr persönlich den erbitterten Widerstand der Gemeinde, den er mit aller Kraft - aber bisher ohne Erfolg - unterstützt. So entstand ein eindringliches Werk, das einerseits das fehlende staatliche Umweltbewusstsein in einem Land anprangert, das gern in die EU aufgenommen würde, und anderseits einen umweltpolitischen Skandal ersten Ranges dokumentiert.



Foto: corazón international/Hervé Dieu