Episoden aus den berühmten Lügengeschichten des Barons Münchhausen: Er begegnet dem dämonischen Cagliostro, der ihm das Geschenk ewiger Jugend macht. Am Hof in Petersburg ist er der Favorit von Zarin Katharina II. Im Kampf gegen die Türken trägt ihn eine Kanonenkugel in eine belagerte Festung; Sultan Abd-ul-Hamid gewinnt Gefallen an ihm, und nach einer tollkühnen Wette entführt Münchhausen die schöne Prinzessin Isabella d'Este aus dem Harem. Mit einem Ballon gelangt er schließlich auf den Mond ...

"Münchhausen" ist einer der berühmtesten deutschen Filme überhaupt. Beim Jubiläumsfilm zum 25-jährigen Bestehen der UFA sollte geklotzt und nicht gekleckert werden. Propagandaminister Joseph Goebbels wollte demonstrieren, dass die deutsche Filmindustrie trotz aller Kriegswirren Hollywood noch locker in die Tasche stecken konnte. Die besten Leute mussten her, selbst wenn sie, wie Erich Kästner, mit Arbeitsverbot belegt waren. Unter dem Pseudonym Berthold Bürger schrieb Kästner dennoch das Drehbuch. Und auch Hans Albers, den Goebbels privat nicht riechen konnte, durfte als Deutschlands Filmstar Nr. 1 die Hauptrolle übernehmen. "Münchhausen" wurde komplett in Farbe gedreht, gespickt mit reichlich Schauwerten (darunter barbusige Haremsdamen!) und für damalige Verhältnisse höchst aufwendigen Tricks. Natürlich diente das Resultat der Ablenkung. Mit diesem Film wurde Stärke demonstriert, als der Zweite Weltkrieg mit der verheerenden Schlacht um Stalingrad seine entscheidende Wende erfuhr. Noch bis 1945 predigte die deutsche Filmindustrie Durchhalteparolen, zuletzt sogar mit einem noch aufwändigeren Werk als "Münchhausen", dem Durchhalte-Epos "Kolberg" von Veit Harlan.

Foto: UFA