Johann ist Museumswärter aus Leidenschaft. Er liebt es, in der stillen Umgebung des Wiener Kunsthistorischen Museum die Besucher zu beobachten. Eines Tages begegnet er der Kanadierin Anne. Sie besucht in Wien ihre im Koma liegende Cousine und sucht in dem Museum Zuflucht vor der Tristesse des Alltags. Ganz unverhofft bietet Johann ihr seine Hilfe an. Während sich ein Dialog über Glaube, Liebe und den Tod entwickelt, finden sie mittels der Kunstwerke einen emotionalen Zugang zueinander ...

In seinem Drama vermischt der New Yorker Filmemacher Jem Cohen dokumentarische mit fiktiven Bildern und liefert ganz nebenbei ein Porträt der Kulturstadt Wien. Wie beiläufig lässt er die authentisch agierenden Darsteller Mary Margaret O'Hara und Robert Sommer Fragen zu der eigenen Betrachtungsweise von Kunst aufwerfen, zu der der Zuschauer selbst eine Antwort finden muss. Ein langsamer, nach Aufmerksamkeit verlangender Film, bei dem Geduld und Kunstinteresse gefragt sind. Auf dem Locarno Filmfestival 2012 wurde Cohen für seine Arbeit im Internationalen Wettbewerb mit dem "Art Cinema Award" ausgezeichnet.



Foto: Arsenal Institut