1990, kurz nach der Wende beendete der 1922 in Innsbruck geborene Dirigent Otmar Suitner seine langjährige Karriere an der Staatsoper Berlin. Er leidet an dem Parkinson-Syndrom, seine Hände zittern. Er, der einst in Bayreuth Weltruhm erlangte, hat den Taktstock nicht mehr im Griff. Die Musik verschwindet aus seinem Alltag. Doch der Fall der Mauer bringt etwas Neues: ein verändertes Familienleben ...

16 Jahre nach dem Ende der Karriere Suitners geht Filmemacher Igor Heitzmann mit dem großen Dirigenten auf eine sehenswerte, mehrfach preisgekrönte Zeitreise, in der er dessen Karriere noch einmal Revue passieren lässt. Doch auch das Privatleben interessiert Heitzmann, denn Suitner ist sein Vater, der Jahrzehntelang zwei Privatleben führte: eines mit seiner Ehefrau Marita in Ostberlin, das andere mit der Geliebten Renate und dem gemeinsamen Sohn im Westteil der Stadt. So ist "Nach der Musik", Heitzmanns Abschlussarbeit an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, nicht nur ein Film über den Dirigenten, sondern gleichzeitig ein Werk über die Annäherung eines Sohnes an den Vater, den er lange Zeit nur an Wochenenden erlebte.

Foto: Weltecho