Als der 25-jährige David von seinem Afghanistan-Einsatz in den Schwarzwald zurückkehrt, wird er wie ein Held gefeiert. Seine Freunde nennen ihn fortan "Rocky Kabul", seine Mutter sieht in ihm den erwachsen gewordenen Sohn und sein Halbbruder Benny bewundert ihn ohnehin. Was niemand ahnt: David ist alles andere als ein Held, denn während seines Einsatzes hat er einen schwerwiegenden Fehler gemacht, aus Angst und Überforderung...

Die Thematik traumatisierter Kriegsheimkehrer oder die Rückkehr von Soldaten aus Krisenregionen ist in Spielfilmen schon vielfach behandelt worden, man denke nur an Oliver Stones "Geboren am 4. Juli", David Jones' "Jacknife - Vom Leben betrogen" oder Susanne Biers "Brothers - Zwischen Brüdern". Auch Langfilm-Debütantin Brigitte Bertele hat sich des Themas angenommen und mit ihrem Hauptdarsteller Hanno Koffler ("Hallesche Kometen", "Der rote Baron") inszeniert, der für seine schauspielerische Leistung als David beim Filmfestival in Durban/Südafrika als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet wurde. Was allerdings die Juroren bewog, Brigitte Bertele mit dem First Steps Award für den besten deutschen Nachwuchsspielfilm 2008 auszuzeichnen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Denn "Nacht vor Augen" kommt einfach zu schablonenhaft daher, das Drehbuch von Johanna Stuttmann wirkt ein wenig unausgegoren, und die Inszenierung von Bertele erscheint oft hölzern und gestelzt.

Foto: B.Film