Ein fröhlicher Abschied soll es werden: Anna (Anna Griesbach) und Bernd (Benno Fürmann) kehren in ihr Heimatdorf zurück, dass der Tagebau bald von der Karte radieren wird. Beide haben den jeweiligen Mann in ihrem Leben auf den Trip in die Vergangenheit mitgenommen.

Als problematische Erinnerungen aus Annas Kindheit und die Tatsache, dass Anna und Bernd einst ein Paar waren, ans Licht kommen, werden die Beziehungen auf eine harte Probe gestellt.

Ein Ritt durch die Genres

Wie eine Apokalypse im Kleinen aussieht, zeigt Florian Gottschick in seiner Hochschul-Abschlussarbeit. Ein beunruhigendes Gefühl zieht auf, wenn seine Protagonisten in das ausgestorbene Kaff einziehen, in dem sie einst ihre Kindheit verbrachten - eine Herausforderung für die Zuschauer, die im deutschsprachigen Kino vor allem Komödien gewohnt sind. Die dominieren seit Langem die Kinocharts, und so fließen die großen Budgets auch in die entsprechenden Produktionen.

Auf den Rängen folgen zumeist Tragikomödien und Dramen. So bleibt es den Debütanten wie Gottschick vorbehalten, die Möglichkeiten anderer Genres auszuloten. Ein ähnliches Beispiel bot Tim Fehlbaum, der 2011 mit "Hell" eine beeindruckende Horrorvision vorlegte.

Doch Gottschick verweigert sich nun gänzlich einer Kategorisierung und verpasst seinem Beziehungsdrama Einschläge von Mystery, Thriller und einen Schuss Erotik. Dass das Experiment glückt, liegt auch an den Darstellern - allen voran Benno Fürmann, der sich in seiner ersten schwulen Rolle von einer ganz neuen Seite zeigt.

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