Der Schweizer Tiefenpsychologe und Psychiater Carl Gustav Jung, der Mystiker unter den Vätern der Psychoanalyse, stellte den Traum als wichtigsten Wegweiser zum Unterbewusstsein dar. Ein Eckpfeiler seiner Theorie sind die Reisen ins Unbewusste, die sogenannten "Nachtmeerfahrten". Sie sind ein Phänomen zahlreicher Mythen. Ein Held wird nachts von einem Ozean verschluckt, gelangt auf einen Weg voller Gefahren und Bedrohungen und sieht sich dabei mit seinen eigenen Dämonen konfrontiert. Er überwindet das Übel, kämpft gegen die Ungeheuer und wird am nächsten Morgen wiedergeboren ...

Anlässlich des 50. Todestages Jungs am 6. Juni 2011 skizzierte der Dokumentarfilmer Rüdiger Sünner C.G. Jungs komplexe Überlegungen zu den "Nachtmeerfahren" in einem Filmporträt. Sünner analysiert in der Dokumentation, die fast zeitgleich mit David Cronenbergs Drama "Eine dunkle Begierde" in die Kinos kommt, die Gedankenwelt des Psychoanalytikers, deutet den spirituellen wie mythologischen Ansatz seines Schaffens und beleuchtet das Lebenswerk Jungs aus heutiger Perspektive. Zu Wort kommen unter anderem Prof. Eugen Drewermann, Prof. Hinderk Emrich, Gary Lachman und anderen Jung-Kennern. Ein Muss für Traumdeuter und Esoteriker.



Foto: W-film