Nell ist Anfang 20 und in der Wildnis aufgewachsen, ohne Kontakt zur Zivilisation. Nach dem Tod der Mutter entdeckt Dr. Jerome Lovell die offenbar psychisch gestörte Nell und versucht, ihr Vertrauen zu gewinnen. Psychologin Paula will die "Wilde" aber in eine Anstalt einweisen und dort untersuchen. Schließlich versuchen beide, Nell in der Umgebung, in der sie zuvor lebte, kennenzulernen.

Das "TIME"-Magazin bezeichnete das Drama von Michael Apted ("Gorillas im Nebel") als eine Art "Forrest Gump im Wald". Für die zweifache Oscar-Gewinnerin ("Das Schweigen der Lämmer", "Angeklagt") Jodie Foster war dies einer ihrer ersten Filme als Produzentin. Sie selbst erhielt für "Nell" eine Oscar-Nominierung. An den Kinokassen schätzte man Fosters engagierten Film-Kampf um das Verständnis für Außenseiter nicht unbedingt. Eben mal 33 Millionen Dollar klingelten in den US-Kassen. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist "Nell" ein anspruchsvoller und interessanter Film, der ohne Powerfrau Jodie Foster nie ins Kino gekommen wäre. Dass er bisweilen etwas überdeutlich und belehrend wird, ist halt amerikanisch.

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