Nach dem Tod seiner Frau sucht Joe nach einem Neuanfang für sich und die beiden Töchter. Besonders die zehnjährige Mary wird von tiefen Schuldgefühlen umgetrieben, hat sie doch den Autounfall der Mutter mit verursacht. Die Familie ist wie erstarrt, droht zu zerbrechen. Deshalb nimmt Joe einen Lehrauftrag in Italien an. Der radikale Ortswechsel von Chicago nach Genua soll Vater und Töchter einander wieder näher bringen. Teenager Kelly erliegt schnell dem Charme einer italienischen Stadt im Hochsommer, während sich Mary immer wieder im düsteren Labyrinth der Altstadtgassen verliert. Doch ganz allmählich brechen die Panzer der Trauer auf ...

Mit dem hervorragend aufspielenden Colin Firth in der Hauptrolle eines Witwers und zweifachen, alleinerziehenden Vaters inszenierte Michael Winterbottom vor der Kulisse der italienischen Hafenstadt Genua und der ligurischen Küste dieses realistisch anmutende, aber ein wenig unausgegorene Drama. Denn das Werk kommt recht verschachtelt daher und wahre Sympathieträger findet der Zuschauer letztlich nicht. Zudem ist das Thema "Trauer um den Verlust eines vertrauten Menschen" und die Bewältigung dieser Situation kein Neues. Wintterbottom wurde für "Genova" auf den Filmfestivals von San Sebastian und Tallin als bester Regisseur ausgezeichnet.

Foto: Ascot Elite