"Nico-Icon" folgt den Stationen des Lebens von Christa Päffgen alias Nico: Vom Mannequin Oestergaards zur Mondgöttin Andy Warhols. Der Film handelt von der Zeit, in der ihr zerdehnter Gesang den Sound von "The Velvet Underground" prägte, ihre Schönheit und ihr Schweigen Lou Reed, Jackson Browne, Jim Morrison und Iggy Pop faszinierten. Von jener Zeit, in der Nico in der Subkultur Philippe Garrels lebte, in der sie schließlich vom Idol der 60er Jahre zur vom Heroin gezeichneten Ikone der 80er Jahre wurde. Ihr Dasein war bestimmt von Schönheit, intensivem Leben, aber auch von Todessehnsucht. Das eindringliche Bild einer Frau, die schließlich im Tod noch das selbstgesetzte Ziel erreichte: zur unvergessenen Kultfigur zu werden. Christa Päffgen erlebt die letzten Kriegsjahre als kleines Mädchen: Bomben, das brennende Köln, ständige Lebensgefahr. Eine Familie ohne Vater, der erst Soldat war und dann von den Nazis umgebracht worden sein soll. Nico selbst behauptet, ihr Vater sei Widerstandskämpfer gewesen. Dann, nach dem Chaos des Krieges, wieder die Schule. Die strenge Ordnung der 50er Jahre kann sie nicht ertragen. - Nicos Kindheit ist typisch für ein Mädchen dieser Generation. Ungewöhnlich sind die Konsequenzen, die sie daraus zieht: Sie möchte sich so weit wie möglich von Deutschland entfernen. Nicos ganze Karriere basiert auf ihrem Aussehen. Sie verwandelt sich in das, was andere in ihr sehen. Für den Fotografen Herbert Tobias wird sie zunächst zum Mannequin à lá Audrey Hepburn, auf dem Weg nach Paris von der dunklen Christa Päffgen zur blonden 60er-Jahre-Schönheit Nico. Sie bekommt ein Kind, der Vater ist Alain Delon. Um den kleinen Jungen kümmert sich ihre Mutter und später Edith Boulogne, Delons Mutter.

Von Andy Warhol wird sie in das Leben der Factory hineingezogen. Dort wird sie mit "The Velvet Unterground" zum Star und gerät an Drogen. Nach einiger Zeit kommt es zu Konflikten mit der Band. Während einer Affäre mit Jim Morrison überzeugt dieser sie von ihrer Fähigkeit als Songschreiberin und Sängerin. Sie will endgültig nicht mehr das blonde Aushängeschild von "The Velvet Underground" sein. Sie färbt ihre Haare hennarot und arbeitet ruhelos an ihrer Solokarriere als Sängerin und Schauspielerin. Mit ihrer neuen Liebe Philippe Garrel, dem französischen Avantgarde-Filmemacher, dreht sie eine Vielzahl autobiografischer Filme, gerät mit ihm zusammen aber auch immer tiefer in die Heroinabhängigkeit. Nach einer "menage á trois" mit Garrel und dem Berliner Musiker Lutz Ulbrich verbringt sie die nächsten Jahren mit Ulbrich, mit dem sie auch gemeinsam auftritt. Doch schon in dieser Zeit spielt das Heroin eine wichtigere Rolle als die Musik oder die Beziehung, die daran schließlich zerbricht. "Nico-Icon" lief auf vielen Festivals und erhielt unter anderen beim 6. Internationalen Dokumentarfilm-Festival in Marseille den Großen Preis, beim Internationalen Filmfestival in Valladolid den Preis Tiempo de Historia und in Köln den Feminale-Debut-Preis 1995 sowie den Preis der deutschen Filmkritik von der Arbeitsgemeinschaft der Filmjournalisten e. V. in der Kategorie Dokumentarfilm-Nachwuchspreis. Außerdem erhielt "Nico-Icon" 1997 einen Grimme-Preis und den Sonderpreis des Ministeriums für Stadtentwicklung, Kultur und Sport.