"Nicole und Jean sind meine Eltern. Ihre Geschichte ist gleichzeitig die einer Tochter, deren Eltern verstarben, bevor sie ihnen wichtige Fragen stellen konnte. Was wusste ich über meinen Vater? Was wusste ich über meine Mutter? Was wusste ich über ihr gemeinsames Leben? Uns Kindern erschien ihre Beziehung schwierig, voller Unstimmigkeiten und Divergenzen - im Rückblick eine Art schleichendes Gift, das kurz nach dem Auszug des jüngsten Kindes in beiden bösartige Krebsgeschwüre entstehen ließ. Viele Jahre nach dem Tod meiner Mutter fand ich ganz unten in einem alten Schuhkarton Briefe von Jean an Nicole, von Nicole an Jean. Briefe auf vergilbtem Papier, die von ihrer Liebe zeugten. Die Briefe zogen mich in ihren Bann. Ich stellte fest, dass die beiden Menschen, die ich zu kennen glaubte, in Wirklichkeit ganz anders waren und in keiner Weise dem Bild entsprachen, das ich von ihnen hatte. Durch die Briefe lernte ich zwei Menschen kennen, die noch keine Eltern waren, einen Mann und eine Frau, die sich leidenschaftlich liebten und doch zögerten, sich zu binden; ich entdeckte zwei Menschen, die ein gemeinsames Projekt hatten und kühn daran festhielten. Es war eine Entdeckung, durch die ich alles in einem anderen Licht sah."

Der beim Festival des realistischen Kinos nominierte Film handelt von zwei Menschen, die sich kennen, schätzen und lieben lernten und sich später im Lauf der Jahre auseinander lebten. Der Film zeichnet ihre Liebesgeschichte nach und zeigt Stationen ihres Lebens, u. a. Berlin, Paris und Carcassone. Nicole und Jean starben beide jung an Krebs. Ihre Geschichte ist die zweier Menschen, die immer Suchende waren und denen es doch nie gelang, gemeinsam ihren Platz im Leben zu finden.