1993, in dem kleinen Ort Schirmeck an der ehemaligen deutschen Zonengrenze, ein Ort, den die Welt vergessen zu haben scheint: Hier leben der Automechaniker Jim und die Verkäuferin Elise, die keinen größeren Traum haben, als ihrer Heimatstadt so schnell wie möglich den Rücken zu kehren. Als Jim aus Versehen einen Freund mit dem Auto überfährt und dieser stirbt, stürzt Jim in eine tiefe Sinnkrise. Als er einen Amerikaner Frank Morris kennenlernt, der sich in dem Ort eine Wohnung gemietet hat, hat das auch Auswirkungen auf seine Beziehung zu Elise...

Das Kinofilm-Debüt des Regisseurs, Autors und Schauspielers Stefan Sarazin ist ein in ruhigen Bildern inszeniertes, melancholisches Drama um ein junges Liebespaar, dessen Leben durch einen tragischen Unfall in Schieflage gerät. Das aus dem Russischen stammende Wort "Nitschewo" bedeutet so viel wie "Nichts". Nichts wäre das Drama ohne seine beiden Hauptdarsteller Ken Duken und Marie Zielke, die mit ihrem Spiel jedoch auch keinen ganzen Film tragen können. Sarazin verwendete als Ausgangsbasis für sein Werk eine kleine Meldung in einer französischen Zeitung über einen jungen Mann, "der sich in einer Kurve mitten auf die Straße setzte, um sich überfahren zu lassen. Er wollte wohl (...) Sühne leisten, weil er an derselben Stelle einen Landstreicher versehentlich überrollt hatte." Allerdings fragt man sich, warum das bereits 2001 produzierte Dama, das 2003 auf dem Filmfest von Verona als bester Film und mit dem Youth Jury Award ausgezeichnet wurde, erst Ende 2004 in die Kinos kommt.

Foto: Nighthawks