Eigentlich hat Ivan Locke alles, wovon er einst geträumt hat: Er ist glücklich verheiratet, hat zwei Söhne und ist als Bauingenieur durchaus erfolgreich. Doch eines Abends gerät sein Leben völlig ins Wanken - und das am Vorabend des größten Jobs seines bisherigen Lebens. Denn Ivan hat sie vor neun Monaten in einer einsamen Nacht auf Montage einen Seitensprung geleistet und aus jenem One-Night-Stand wurde eine Schwangerschaft, die just in dieser Nacht zur Entbindung kommen soll. Und Ivan hat versprochen dabei zu sein. Doch das Krankenhaus ist weit entfernt und Ivan muss nicht nur seinem Arbeitergeber seine Abwesenheit bei dem wichtigen Job erklären, sondern auch Frau und Familie beruhigen. Während er sich auf der Fahrt ins Krankenhaus befindet, versucht er per Telefon die Gemüter zu beruhigen und sein Leben zu ordnen und zu retten, was offenbar nicht mehr zu retten ist ...

Angesichts der filmischen Tristesse - man sieht ausschließlich Tom Hardy im Auto telefonieren - fragt man sich, ob das überhaupt als Film bezeichnet werden kann oder ob man schlicht zu viel Geld für ein Hörspiel ausgegeben hat. Auch wenn Hardy seine Sache durchaus gut macht, nervt der spartanische Filmeinsatz relativ schnell, zumal einem die Konflikte den Charakter nicht unbedingt näherbringen. Von packendem filmischen Erzählen ist dieses Werk meilenweit entfernt. So handelt es sich hier auch nicht um radikale Reduktion, sondern eher um das lustlose Heruntergekurbel eines Konfliktes, der sich erst nach langer und langweiliger Betrachtung halbwegs erschließt - ohne dabei wirklich zu berühren.



Foto: StudioCanal