Im Jahr 1936 gilt die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand als erklärtes Ziel für alle deutschen Bergsteiger. Die beiden Bayern Toni Kurz und Andi Hinterstoisser gelten als hervorragende Kletterer und werden von Seiten der Nazi-Regierung aufgefordert, die Besteigung in Angriff zu nehmen. Doch vor allem Toni hält dies zunächst für ein Wahnsinnsunternehmen, zumal schon einige seiner Bekannten ihr Leben in der Wand ließen. Dennoch lässt sich Toni von Andi schließlich überreden. Am Eiger angekommen, treffen die beiden auf die Jugendfreundin Luise, die als Journalistin für eine Berliner Zeitung über die Erstbesteigung berichten soll. Toni und Andi begegnen bei ihrem Aufstieg auch den Österreichern Willy Angerer und Edi Rainer. Nach relativ gutem Start beginnen bald unglaubliche Strapazen. Als sich einer der Österreicher schwer verletzt, entschließt man sich zum gemeinsamen Abstieg – mit tödlichen Folgen ...

Keine Frage: Philipp Stölzl ("Baby") ist mit diesem Kinofilm ein außergewöhnliches Werk gelungen. Denn diese Neubelebung des Bergfilms ist packend, spannend und vor allem hervorragend gemacht. Hier werden Erinnerungen an Meister wie Dr. Arnold Fanck und Luis Trenker wach. Die Kamera scheint ebenso wie die Darsteller im Fels zu kleben, ist stets hautnah dabei, lässt die Ängste, Hoffnungen und Strapazen der Protagonisten fast hautnah miterleben. Die Kamera-Arbeit und Bildgestaltung von Kolja Brandt wurde dafür 2009 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, ebenso wie die Tongestaltung. Ebenfalls lobenswert ist, dass Stötzl sich nicht die tatsächliche Erstbesteigung vorgenommen hat und damit komplett auf ein Happy End verzichtet. Stark!

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Foto: SWR/BR/Majestic