In der unendlichen Weite der Atacama Wüste im Norden Chiles sind sechs internationale astronomische Observatorien in Betrieb. Diese gigantischen Beobachtungsstationen des Weltraums, der Sterne und ferner Galaxien sind auf dem modernsten technischen Stand und verfügen über die heutzutage umfangreichste Forschungskapazität. Die Wissenschaftler suchen in der ältesten Vorzeit die jüngsten Lichter des Universums, um mehr über die Zukunft der Erdmenschen zu erfahren. Nur einen Steinwurf von ihnen entfernt graben die Familien der Opfer Pinochets mit ihren bloßen Händen die Erde in den Massengräbern um. Sie sind auf der Suche der Körper ihrer "Verschwundenen". Sie brauchen die Spuren einer noch ungeklärten Vergangenheit, um für sich und ihre Kinder eine Zukunft zu erfinden. Dagegen sucht die Regierung in der Hauptstadt Santiago ihr Glück in Reichtum und wirtschaftlichen Erfolg. Sie hat sich mit Herz und Seele dieser Aufgabe verschrieben und hofft den Erfolg in der materiellen Entwicklung des Landes zu finden. Die Vergangenheit Chiles vergisst sie dabei völlig.

Diese drei Handlungsstränge verknüpft der chilenische Dokumentarfilmer Patricio Guzmán ("Chile 1973 - eine Wiederentdeckung"), der nach Pinochets Putsch gegen Allende gefangen gehalten und gefoltert wurde und danach Jahrzehnte lang im Ausland lebte, zu einem kunstvollen essayistischen Dokumentarfilm, dessen Themenspektrum sich im Laufe des Filmes als eine sehr poetische Parabel zwischen der Astronomie und der Geschichte Chiles der letzten 50 Jahre entwickelt. Seine Stärke und Faszination gewinnt der Film vor allem aus den Texten des Autors und aus den fantastischen Bildern der Wüste und des Sternenhimmels in Chile.







Foto: RealFiction