Die nicht mehr ganz junge Odette Toulemonde versucht stets, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Als Kosmetik-Verkäuferin mit Hang zum Kitsch pflegt sie ein eher bescheidenes Dasein. Als Alleinstehende teilt sie ihre kleine Wohnung mit den beiden erwachsenen Kindern: die Tochter ist arbeitslos und hat einen heruntergekommen wirkenden Freund und ihr Sohn frönt seiner Homosexualität. So wundert es nicht, dass Odette nur Träumen kann, wenn sie in die Kitsch-Romanwelten ihres Lieblingsautor Balthazar Balsan taucht. Dem schreibt sie als treuester Fan schließlich einen Brief. Als dann aber der echte Balsan – verwöhnt, verlassen und depressiv – plötzlich vor Odettes Tür steht, staunt die brave Frau nicht schlecht...

Bestseller-Autor Eric-Emmanuel Schmitt ("Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", "Mein Leben mit Mozart") liefert mit seinem Regiedebüt ein wunderbares modernes Märchen über die großen Themen Liebe, Glück und Einsamkeit. Dabei läuft zwar nicht alles rund (einige Szenen werden zu abrupt verlassen, andere zu lange betrachtet), doch der fidele und durchaus phantasievolle Grundtenor sorgt für angenehme Unterhaltung mit viel witzigen Momenten, aber auch ernsten Zwischentönen.

Foto: Senator