Als der alkoholsüchtige Werbemanager Joe Doucett entführt wird, weiß er nicht wie ihm geschieht. Er landet offenbar völlig isoliert in einer Zelle, die wie ein Hotelzimmer konzipiert ist. Ohne Tageslicht, ohne Erklärung und ohne Ansprechpartner will er den Grund seiner Inhaftierung erfahren. Durch den im Zimmer befindlichen Fernseher erfährt er vom Mord an seiner Ehefrau, für den er verantwortlich gemacht wird. Seine kleine Tochter kam offenbar in die Obhut eines fürsorglichen Paares. Als er nach 20 Jahren Einzelhaft fliehen will, wird er überraschend freigesetzt. Fortan kennt er nur ein Ziel: Er will wissen, warum ihm dieses Leid angetan wurde und gerät so in ein lebensgefährliches perfides Spiel, das ihn in die eigene Vergangenheit führt ...

Warum sich die einstige Independent-Ikone Spike Lee nun ausgerechnet das Remake des seltsamen, gleichnamigen Oldboy vorgenommen hat, bleibt wohl das Geheimnis des Regisseurs. Hauptdarsteller Josh Brolin liefert zwar eine erstaunliche Leistung ab, doch die ganze Geschichte bleibt ebenso nebulös und unausgegoren wie das Original. So wundert es nicht, das die Fangemeinde des Südkoreaners gegen das Remake (zunächst von Steven Spielberg und Will Smith in Angriff genommen) sturmgelaufen sind. Genützt hat es nichts. Doch wer ehrlich ist, muss zugeben, dass die zweite Version der ersten - abgesehen von deren Originalität – in nichts nachsteht. Wer Park Chan-wooks Werk mochte, wird auch diese, mitunter recht perfide Regie-Arbeit auch ohne Überraschungseffekt (der geht schließlich dem Kenner verloren) von Spike Lee mögen.



Foto: Universal