1979 kamen zahlreiche Flüchtlinge aus Namibia in die ehemalige DDR, unter ihnen viele Jugendliche. Sie wuchsen mit dem Pioniergruß in einem Staat auf, den sie nach 11 Jahren 1990 verlassen mussten. Die DDR-Kinder aus Namibia gingen zurück in ihre Heimat und nennen sich bis heute "Omulaule", das ist Oshiwambo und bedeutet schwarz. Doch von den schwarzen Namibiern werden sie zum Teil noch immer als Deutsche bezeichnet. Für die Weißen sind sie schwarz. Noch heute suchen sie nach ihrer inneren Heimat ­ nach einem Halt in ihrer zerrissenen Biografie.

Im Winter 2002 stießen die drei Weimarer Bauhaus-Studentinnen Beatrice Möller, Nicola Hens und Susanne Radelhof bei Recherchearbeiten auf die Geschichte der "Kinder der Deutschen Demokratischen Republik aus Namibia". Mit der Kamera begannen sie eine Spurensuche, die sie erst nach Ostdeutschland und später auch nach Namibia führte. Ohne das Mitleid, das in vielen alten Dokumentationen mitschwingt, leistet das Regie-Trio einen Beitrag zur Aufarbeitung der deutsch-namibischen Geschichte. So entstand ein Film, der auf ganz eigene Weise sein Bild von der DDR, von Afrika, von deutscher Kolonialgeschichte und noch lebendiger Apartheid mit dem nötigen Ernst und einer unweigerlichen Komik skizziert.

Foto: Omu