Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten die Soldaten der Besatzungstruppen in Deutschland zum Alltag. Natürlich knüpften diese Soldaten auch Kontakte zur Bevölkerung, so dass sich in den Fünfzigerjahren Bundestagsabgeordnete mit den Problemfällen unter des Besatzungskindern beschäftigten. O-Ton: "Eine besondere Gruppe ... bilden die 3093 Negermischlinge, die ein menschliches und rassisches Problem besonderer Art darstellen. Die Jugendämter haben sich bereits seit Jahren Gedanken über das Schicksal dieser Mischlingskinder gemacht, denen schon allein die klimatischen Bedingungen in unserem Lande nicht gemäß sind. Man hat erwogen, ob es nicht besser für sie sei, wenn man sie in das Heimatland ihrer Väter verbrächte."

Dokumentarfilmer Volker Meyer-Dabisch ("love, peace & beatbox", "Der Adel vom Görli") hat sich auf die Suche nach sogenannten Problemfällen gemacht und wurde fündig. In "Open Souls" erzählt er die Geschichte zweier dieser Kinder, Abkömmlinge deutscher Mütter und amerikanischer Besatzungssoldaten. Sie wurden nicht wie ihre Zeitgenossen in eine heile Welt geboren, sondern ihr Lebensweg - trotz Wirtschaftswunders - ist von Unterdrückung, Elend und der Suche nach Heimat bestimmt.



Foto: Karl Handke (Moviemento)