Als der junge britische Edelmann Orlando im Jahr 1600 zum Günstling der hochbetagten Königin Elisabeth aufsteigt, schenkt sie ihm einen herrlichen Landsitz und wünscht ihm ewige Jugend. Damit beginnt für Orlando eine magische Reise durch vier Jahrhunderte und verschiedene Kulturen. In einer imaginären Gratwanderung zwischen den Geschlechtern erlebt Orlando die technischen und wissenschaftlichen Erfindungen der vergangenen Epochen ebenso wie politische und moralische Umwälzungen. Schließlich kommt Orlando zum Ende der Reise und findet Erfüllung - als Künstlerin und allein erziehende Mutter im London unserer Tage.

Die englische Filmemacherin, Choreografin, Performance-Künstlerin und Musikerin Sally Potter inszenierte nach dem Roman "Orlando" von Virginia Woolf diese furiose, aber oft auch unausgegorene Reise durch Jahrhunderte, Länder und Geschlechter. Als Orlando, einer androgynen Kunstfigur in ständig wechselnden Kostümen, steht Derek Jarman-Muse Tilda Swinton im Mittelpunkt des opulenten Sittengemäldes, das mit deftigen Seitenhieben auf Moral und Unmoral der jeweiligen Zeit nicht spart. Die Schauspielerin wurde für ihre Leistung 1992 bei den Filmfestspielen von Venedig als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Foto: ZDF/Aleksei Rodionov