Auch in der DDR erlebten viele Homosexuelle Angst und Schuldgefühle. Seit 1968 war Homosexualität in der DDR zwar straffrei, doch sie blieb ein Tabu. Viele Homosexuelle gerieten in den dramatischen Konflikt zwischen Heimatliebe und Protest gegen den sie ignorierenden Staat. Manche wollten einfach nur "ganz normal leben", manche wehrten sich gegen ihre Ausgrenzung, andere kämpften für Freiräume und Emanzipation. Argwöhnisch beäugt vom Ministerium für Staatssicherheit , organisierten sie sich unter dem Dach der evangelischen Kirche. Die "Homos" wurden ein Politikum.

Filmemacher Jochen Hick beschäftigte sich bereits in seinen Dokumentarfilmen "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" und "East/West - Sex & Politics" mit der Lebenswirklichkeit von Homosexuellen im Schwabenland und in Russland. Nun taucht er mit Ko-Regisseur Andreas Strohfeldt in die DDR-Vergangenheit ein und lässt schwule Männer und lesbische Frauen über ihre Erfahrungen im Arbeiter-und-Bauern-Staat bis zum Mauerfall erzählen. Ihre Aktivitäten wurden von der Staatssicherheit in unzähligen Akten-Dossiers verewigt, sie wurden - natürlich wie viele andere Bürger auch - kontrolliert und bespitzelt. Hicks und Strohfelds fleißig zusammengetragene Arbeit geht allerdings kaum über den Dokumentarfilm "Unter Männern - Schwul in der DDR" hinaus - sieht man von der Einbindung der Schicksale von lesbischen DDR-Bürgerinnen ab.



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