Anna Maria ist ganz in ihrem katholischen Glauben gefangen. Sie betet auf Knien durch die Wohnung rutschend, geißelt sich ab und an auch selbst für vermeintliche Sünden und geht nie ohne Jesus ins Bett. Den Urlaub opfert sie, indem sie mit einer Mutter-Gottes-Statue von Haus zu Haus zieht und ganz Österreich zum Katholizismus bekehren will. Kurios wird ihr Leben, als ihr Mann wieder zurückkommt. Denn der sitzt nicht nur im Rollstuhl, er ist auch noch Moslem. Er war jahrelang in seiner ägyptischen Heimat und fordert nun seine Eherechte. Ein häuslicher Kleinkrieg ist programmiert ...

Auch mit dem zweiten Werk seiner so genannten "Paradies"-Trilogie (nach "Paradies: Liebe") kann Regisseur Ulrich Seidl keinesfalls punkten. Was nach einem spannenden Ehedrama klingt, entpuppt sich leider als gähnende Langeweile mit quälend vorhersehbaren Konflikten und dauernervenden Szenen. Da fragt man sich, warum hier auch noch explizite Sexszenen eingefügt wurden oder warum sich bestimmte konservative Kräfte auch noch die Mühe machten, diesem schlechten Film mit Blasphemie-Vorwürfen und Klagen eine unverdiente Publicity zu verschaffen.



Foto: Neue Visionen