In den Straßen Chicagos wurde er angeblich einst geboren: der sogenannte Postrock, eine brachiale Mischung aus Rockmusik, Filmklängen, Popmusik und Jazzelementen. Die klassische Songstruktur von Strophe und Refrain wird hier verlassen. Denn die Generation X will sich anders ausdrücken. Ihre Vertreter, allesamt im Jahrzehnt zwischen den Mittsechzigern und den Mittsiebzigern geboren, zog es in die urbane Subkultur Chicagos. Ihre Musik ist ein Abbild ihres Lebensgefühls: wild, grob, orientierungslos und verwirrend.

Regisseur Augusto Contento versucht in dieser Dokumentation adäquate Bilder für die deftige Musik zu finden. Die allerdings sind ebenso nervig wie die meisten ausgewählten Musikpassagen. So kommen zwar Vertreter (Nirvana-Produzent Steve Albini, Freejazzer Ken Vandermark, Krachmacher Ian Williams, Songwriter David Grubbs und Rocker Damon Locks) jener Musik zu Wort, aber der Zuschauer erfährt dennoch wenig über das hierzulande kaum bekannte Phänomen. Und das sollte doch eigentlich die Aufgabe eines Dokumentarfillms sein, oder? Aber was hier über den Postrock und dessen Wurzeln preisgegeben wird, hätte auch aus einen banalen Stadtführer stammen können, zumal die Bilder von Chicago klarer sind, als die Darstellung der Eigenart der ungewöhnlichen Musik.



Foto: Real Fiction