Ostberlin in den Sechzigerjahren. Emmi Boulanka ist der gute Geist der Künstlerpension Boulanka. Die meisten ihrer Gäste sind Artisten, die für eine Revue proben. Mit dem sehr selbstbewussten Belgier Jan Gruyter kommt ein neuer Gast, den Frau Boulanka gut kennt und den die meisten Mitbewohner mit großem Argwohn beäugen. Wenig später - die Revue hat Premiere - wird Gruyter von Frau Boulanka in seinem Zimmer erdrosselt aufgefunden. Hauptmann Brückner übernimmt die Ermittlungen, die sich alles andere als einfach gestalten, denn nach der Obduktion steht fest, dass Gruyter mit dem seltenen Gift von Kugelfischen getötet wurde, die Wäscheleine war nur ein Täuschungsmanöver ...

Eine frühe Arbeit des renommierten Krimi-Regisseurs Helmut Krätzig ("Polizeiruf 110 - Flüssige Waffe", "Tatort - Unter Brüdern", der mit diesem Genrewerk nicht nur die Tradition der DEFA-Krimis neu beleben wollte, sondern auch einen Gegenpol zu den in Westdeutschland äußerst beliebten Edgar-Wallace-Verfilmungen wie "Der Zinker" oder "Der Hexer" schuf. Die Neuerfindung des Krimis ist das sicher nicht, doch das Zeitkolorit ist treffend eingefangen und macht "Pension Boulanka" unter filmhistorischen Gesichtspunkten durchaus interessant.

Foto: MDR/Progress Film-Verleih/Horst Blümel