Der große Künstler Pablo Picasso im verdunkelten Atelier, um ihn herum ein kleines Filmteam, vor ihm eine Art Glasscheibe, auf die er malt. Das sieht man nur noch jene Scheibe, die wie eine weiße Leinwand wirkt. Darauf dann plötzlich die ersten Farbkleckser und Pinselstriche, bis sich das Ganzer zu einem faszinierenden Gemälde verdichtet. Picasso selbst kommentiert sein Schaffen nur sporadisch, Musik dient als Untermalung fürs Malen.

Im Jahr 1955 kam der Filmemacher Henri-Georges Clouzot auf eine famose Idee: Er wollte seinen Freund Pablo Picasso direkt in die Kamera malen lassen, den Zuschauer in die Erschaffung eines Kunstwerks miteinbeziehen. Als man transparentes Spezialmaterial gefunden hatte, dass zwar sozusagen die Leinwand zeigt, aber nicht den dahinter steckenden Künstler samt Malutensilien, schuf das Team innerhalb von drei Monaten ein Meisterwerk. Picasso malt hier, für den Zuschauer unsichtbar, auf die Leinwand, Kunstwerke entstehen direkt vor dem Auge des Betrachters, kreative Momente werden offenbar und nachvollziehbar. Ein Feuerwerk an Kunst und Kreativität, das 1956 in Cannes mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde.

Foto: Pierrot le Fou