Monsieur Hulot kämpft sich zusammen mit einem amerikanischen Touristen durch die moderne Großstadtkulisse von Paris und gerät dabei - getrieben von seiner fast schon kindlichen Neugier - ständig an die Tücke des (modernen) Objekts...

Diese superlustige Komödie - sein aufwändigster Film - drehte Tati in der für ihn typischen Ästhetik. Seine Reflektion über die allseits gelobte Moderne wird hier zur deftigen Groteske. Seinerzeit war das Werk ein riesiger Flop, denn kaum jemand wollte sich Tatis Kritik anschließen. Für Tati wurde der Film ein finanzielles Desaster. Erst heute gilt auch diese Arbeit des ungewöhnlichen Komikers als Meisterwerk, dessen Hauptdarsteller eigentlich die Stadt ist: hypermodern, verwirrend komplex und unmenschlich. "Playtime" erzählt keine lineare Geschichte, sondern ist vielmehr eine Choreografie von Charakteren und architektonischen Elementen. Tati konstruierte hier ein ultramodernes Paris mit Häusern, die sich bewegen ließen und immer neue Kameraperspektiven ermöglichten. "Tativille" nannte er diese künstliche Trabantenstadt mit Fassaden aus Glas und Spiegeln, die das Leben wie in einem Schaufenster zeigten. Die Komik in "PlayTime" entsteht aus der Beobachtung alltäglicher Dinge und ihrer Zusammenstellung in einer neuen Form. Die Figur des Hulot tritt dabei immer mehr in den Hintergrund. Hulots Suche nach Monsieur Giffard und dessen Versuche, Hulots habhaft zu werden, sind nur noch ein vager roter Faden. Monsieur Hulot ist darin eine Figur wie die anderen, meist von Laien verkörperten Personen. Deren Versuche, das Leben in dieser modernen Stadt humaner zu machen, führt zur allmählichen Auflösung der festgefügten Ordnung. Der Film ist Tatis Reaktion auf die Monotonie und die Stereotypen genormter Ferien, genormter Behausungen, genormter Mode und genormter Menschen.

Foto: Tele 5