Vor den Augen seiner Kinder Theresa und Enrico soll Paul K. seine Frau Maria niedergestochen haben. Das Mädchen bestätigt die Aussage der schwer verletzten Mutter, doch der Junge schweigt. Paul K. selbst erinnert sich nicht an den Tathergang, er war zu betrunken. Als der Prozess beginnt, ist der Fall für Kommissarin Wanda Rosenbaum eigentlich abgeschlossen. Im Gerichtssaal begegnet sie auch Enrico. Und wieder verweigert der verängstigte Junge die Aussage gegen seinen Vater. Wanda und ihrer Mitarbeiterin Tamara kommen Zweifel an der eigenen Arbeit: Haben sie sich geirrt und ist Paul K. doch unschuldig? Wanda Rosenbaum setzt sich über alle Dienstvorschriften hinweg und fährt mit dem Angeklagten nicht zurück in die Haftanstalt. Sie riskiert den Umweg über die Sporthalle, in der Enrico trainiert, denn Paul K. hofft, dass er seinen Sohn zum Reden bringen wird. Aber Enrico hat das Handballtraining vorzeitig verlassen. Paul K. verliert die Nerven und bringt die Kommissarin, die Kinder und ihre Trainerin in seine Gewalt ...

Ein starker Abgang für Jutta Hoffmann, die von 1999-2002 insgesamt vier Mal in die Rolle der Brandenburger Kommissarin Wanda Rosenbaum schlüpfte. In diesem letzten, ihrem wohl spannendsten Fall, den Krimi-Spezialist Bernd Böhlich ("Polizeiruf 110 - Totes Gleis", "Tatort - Jetzt und alles") nach einem Drehbuch von Stefan Kolditz ("Schnee in der Neujahrsnacht", "Polizeiruf 110 - Vergewaltigt") inszenierte, sieht sich die Kommissarin mit einem Fall konfrontiert, der sich zur Familientragödie zuspitzt. Von Hoffmann und besonders vom heutigen Münsteraner "Tatort"-Kommissar Axel Prahl volltrefflich gespielt, ist dies ein Höhepunkt in der langjährigen "Polizeiruf 110"-Geschichte.

Foto: RBB/Christa Köfer