Die 16-jährige Anja Wilke wird von der Polizei in einem desolaten Zustand aufgegriffen. Die ärztliche Untersuchung ergibt, dass das Mädchen offensichtlich vergewaltigt worden ist. Doch Anja kann sich an nichts erinnern, weiß angeblich nicht, wo sie die Nacht verbracht hat. Das Drogenscreenring ist negativ. Eine Erklärung für Anjas Zustand gibt es nicht. Schweigt sie aus Scham, weil sie den Täter kennt? Oder wurde ihr eine Droge verabreicht, die schon nach wenigen Stunden nicht mehr nachweisbar ist? Als dann die Leiche des jungen Mädchens gefunden wird, mit der Anja am Abend eine Diskothek besucht hat, bestätigt sich der Verdacht. Im Körper der Toten finden sich Überreste der Droge GHB, die willenlos macht und das Erinnerungsvermögen ausschaltet. Wird sie jungen Mädchen heimlich in Drinks verabreicht, können diese zu ahnungslosen Opfern gewissenloser Vergewaltiger werden. Schmücke und Schneider geraten im Zuge der Aufklärung des Verbrechens in ein Milieu von scheinbar ehrbaren Geschäftsleuten, die hinter ihrer bürgerlichen Fassade so einiges zu verbergen haben.

Genre-Spezialistin Christine Balthasar ("Bella Block - Tödliche Nähe", "Tatort - Märchenwald", "Der Kommissar und das Meer - Näher als du denkst", "Kommissarin Lucas - Der Schwarze Mann") inszenierte nach dem Drehbuch von Rodica Döhnert ("Küss mich, Genosse!", "Mein Weg zu dir heißt Liebe") diesen eher mauen 30. Fall um das Ermittler-Duo Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler. Die Thematik - junge Mädchen werden mittels Partydrogen zu willenlosen Opfern - ist zwar durchaus zeitgemäß, doch einmal mehr gehen die beiden alternden Kriminalisten viel zu betulich vor.

Foto: MDR/Domonkos