Dies ist die Geschichte einer alleinerziehenden Kriminalhauptkommissarin. Sie (Maria Simon) freut sich, nach der Babypause wieder auf dem Kriegspfad zu sein, der dicke Hauptmeister Krause freut sich mit ihr. Wenn da nicht die ­Doppel­belastung wäre: Einerseits soll Frau Kommissarin ihr Leben mit dem Kind improvisieren, gleichzeitig muss sie einen Mordfall hieb- und stichfest aufklären. Das wird ihr zum Verhängnis. Beinahe. Wir sind beim Fernsehen. Der Total-Absturz wird, zumindest für die Kriminalen, vermieden.

Allen anderen ergeht es schlecht. Denn dies ist auch die ­Ge­schichte von zwei Familien, deren Welt an einem schönen Sonntagmorgen zusammenbricht. Ihre fast erwachsenen Töchter hatten sich zu einem Freundinnen-Abend verabredet. So glaubten die Eltern. In Wahrheit leben die jungen Frauen ihre Reize und die Angebote einer ländlichen Disko aus, mit Drogen und Sex im Separee. Eine von beiden stirbt und wird, anscheinend erschlagen, auf dem Müllplatz verscharrt. Die andere hat ­Probleme, sich zu erinnern - die Drogen. Die beiden hauptverdächtigen Jungs schweigen in geballter Aggressivität. Ein interessanter, gut gebauter Krimi. Herbert Knaup als gewiefter Anwalt und Vater eines der beiden Jungen spielt mit dem Rechtsempfinden von Polizei und Zuschauer. Machtlos wütend fühlt man sich Maria Simon verbunden. dh

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