Der "Polizeiruf 110" als Berufs- und Liebesdrama. Mit einer Konsequenz, wie wir sie in keinem Tatort beobachten können, nestelt der Rostocker Polizeiruf an einem sich behutsam verändernden Beziehungsgeflecht seiner Akteure. Katrin König und Alex Bukow (Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner) kommen sich Schnäpschen um Schnäpschen näher, legen eine starke Karaoke-Nummer auf's ­Parkett, und man fragt sich, wann endlich der Groschen fällt. Bukows Frau Vivian geht einen Schritt weiter und sucht entschlossen den Schulterschluss mit Bukows Kripokollegen Thiesler, als ob sie von ihm mehr Zeit und Zuwendung erwarten dürfe. Wahlverwandtschaften entwickeln sich, aber noch agieren drei von vier Beteiligten im Zustand der Unschuld.

Beruf und Liebe ist auch das ­Thema des Kriminalfalls hinter den ­privaten Polizeiverstrickungen. Studium, fette Nebenverdienste als Prostituierte und ein arbeitsloser Ehemann – für die angehende Spitzenjuristin Julia wird das zur tödlichen Melange. Sie wird im Wald ­erschlagen aufgefunden, ihre kleine ­Tochter irrt umher. Bukow, obwohl im Urlaub, kümmert sich um das Kind, um Julias hübsche Freundin Lisa und natürlich um die traurige Kollegin Katrin König. Wo soll er da die Zeit hernehmen, sich auch noch um seine Frau zu kümmern? dh

Foto: NDR/Christine Schröder