Man schreibt das Jahr 1963, Marlowe ist inzwischen mit einer attraktiven Millionenerbin verheiratet und könnte sich getrost aufs Altenteil zurückziehen. Doch davon keine Spur: Ein vermeintlicher Routinefall entpuppt sich als tödliche Intrige, und bald schon steckt Marlowe bis über beide Ohren in einem Sumpf aus Mord, Erpressung und politischer Korruption.

Das Revival des berühmten "hard boiled private eye" Philip Marlowe basiert auf einem unvollendeten Story-Fragment des Kult-Autors Raymond Chandler, das 1989 von Robert B. Parker zu einem Bestseller-Roman (deutsche Ausgabe unter dem Titel "Einsame Klasse") und schließlich von dem renommierten Schriftsteller und Theaterautor Tom Stoppard zu einem Drehbuch verarbeitet wurde. Entstanden ist eine liebevolle Hommage an die Detektivfilme der 40er und 50er Jahre; zugleich wird der leicht angegraute Held ironisch mit der "modernen" Welt der frühen 60er Jahre konfrontiert, wo es bereits Autotelefone und elektrische Zahnbürsten gibt. Mit Bob Rafelson stand bei "Poodle Springs" ein außerordentlich versierter Filmemacher hinter der Kamera, der den intelligenten Witz, aber auch die tragisch-düsteren Aspekte sowie die kriminalistischen Spannungsmomente der Story optimal herausarbeitet. Daneben liefert er ein nostalgisches Zeitbild, indem er das Kalifornien der Kennedy-Ärastimmungsvoll wieder auferstehen lässt. James Caan schlüpft hier in die Rolle des berühmten Privatdetektivs, der zuvor schon von Humphrey Bogart ("Tote schlafen fest", 1946), James Garner in ("Marlowe", 1968) , Elliott Gould ("Der Tod kennt keine Wiederkehr", 1973) und Robert Mitchum ("Fahr zur Hölle, Liebling", 1975) verkörpert wurde.