Die junge Lehrerin Rachida lebt und arbeitet in einem der alten Stadtviertel der Hauptstadt. Eines Morgens wird sie auf dem Weg zur Arbeit von einer Gruppe junger fundamentalistischer Terroristen umringt, die ihr aufgelauert haben - darunter einer ihrer ehemaligen Schüler. Sie fordern von ihr, eine Bombe in die Schule zu transportieren. Trotz ihrer Angst weigert sich Rachida, das Attentat auszuführen. Einer der Terroristen schießt sie nieder, aber sie überlebt schwer verletzt. Nach der Genesung verläßt sie mit ihrer Mutter Algier, um der traumatischen Erinnerung zu entfliehen und in einem kleinen Dorf im Haus einer Verwandten Zuflucht zu finden. Dort findet sie sich langsam in die dörfliche Lebenswelt, erfährt auch die Solidarität der Frauen untereinander. Nach wenigen Monaten beginnt sie wieder zu unterrichten - aber die Ruhe erweist sich als trügerisch...

Eindrucksvoll und mit visueller Kraft zeigt "Rachida" eine Gesellschaft, die von ihren inneren Konflikten zerrissen wird. Regisseurin Yamina Bachir Chouikh mußte über drei Jahre für die Finanzierung und Verwirklichung ihres ersten Langfilmprojekts kämpfen. "Das algerische Kino wurde vom Staat in dem Moment gestoppt, als die Bevölkerung dem schrecklichen Drama des Bürgerkriegs ausgeliefert war. Die Leinwände ohne Bilder und das Gefühl zu ersticken ließen in mir die verrückte Idee aufkommen, gegen den Strom einen Film zu realisieren. Ich wollte die Verwirrung der normalen Bürger festhalten, die bis dahin nur wie eine Statistik in der Bilanz des Schreckens aufgetaucht war. Und ich wollte mit dem Mißverständnis aufräumen, daß die militanten Fundamentalisten alle wie Taliban-Krieger mit langen Rauschebärten auftreten. Das sind oft ganz normale Jungs - unsere Kinder," erklärt Yamina Bachir Chouikh.