Der Heilige Abend des Jahres 1930. Für die Menschen in einem abgelegenen Dorf im Bayerischen Wald ist der Heilige Abend eine von zwölf Raunächten. In diesen Geisternächten, so geht die Rede, sind Wald und Flur, Haus und Hof erfüllt vom Raunen und Treiben übernatürlicher Kräfte. So ist die Heilige Nacht, begleitet von Fasten, Rosenkranzbeten und Mettengang, immer auch noch eine unheilvolle, fast heidnisch anmutende Nacht der Geister. An diesem Heiligen Abend nun gelangt ein Hausierer in ein tief verschneites Dorf. Er bittet einen Bauern, ob er die Nacht über seine schwere Kürm, den Tragekorb, bei ihm abstellen dürfe. Denn er müsse eine Puppenstube - ein spätes Weihnachtsgeschenk für die kranke Tochter des Hackl-Bauern - noch zum Hacklhof bringen. Und dieses Gehöft liegt weit oben am Berg. Der Bauer willigt, wenn auch ungern, ein. Gefolgt von einem Buben aus dem Dorf, der niemand zu gehören scheint, tritt der Hausierer seinen Weg zum Hacklhof an. Die Kürm aber lässt er beim Bauern zurück - ein Fehler mit ungeahnten Folgen. Denn der Hausierer weiß nichts von den Mächten der Raunacht. Auch die Kürm wird eine Stimme bekommen in dieser Nacht.