Der Fußball begeisterte Jo lebt in der Vorstadt von Paris, der so genannten Banlieue, in der Menschen aller Hautfarben ihr tristes Leben fristen. Hier kennt jeder jeden, viele der schwarzen Einwanderer sind arbeitslos und vertreiben sich die Zeit auf der Straße mit kleinen Raufereien und Diebstählen. Doch dann kommt der Tag, der nicht nur Jos Leben verändert: Er erhält die Nachricht, dass er als Nachwuchsspieler bei dem legendären Fußballklub Arsenal London angenommen ist ...

Dei französische Regisseurin Audrey Estrougo, die selbst vier Jahre in der Banlieue lebte, legte mit "Regarde-moi" 2007 ihr Kinodebüt vor. Auf den Spuren von ähnlich gelagerten Werken wie Mehdi Charefs "Tee im Harem des Archimedes", Mathieu Kassovitz' "Hass" oder Abdel Kechiches "L'esquive" erzählt sie eindringlich und einfühlsam vom Leben in der Pariser Vorstadt, ohne allerdings auf vordergründige Gewaltdarstellungen oder explizite Sexszenen zu setzen. Recht ungewöhnlich ist auch ihr inszenatorischer Ansatz, die gleiche Geschichte, die an einem Tag spielt, aus zwei Perspektiven zu erzählen. So schildert Estrougo in der erste Hälfte die Story aus der Sicht der männlichen Clique um Jo, während sie sie in der zweiten Hälfte mit den Augen ihrer weiblichen Protagonisten verdeutlicht. Getragen von durchweg guten, wenn auch hierzulande unbekannten Darstellern gelang Estrougo eine facettenreiche wie fesselnde Milieuzeichnung, bei der lediglich das Ende nicht überzeugt.

Foto: WDR/Arsenal Distribution