Als am 22. Mai 1813 in Leipzig der kleine Richard geboren wird, ahnt niemand, dass aus ihm einer der berühmtesten deutscher Komponisten, aber auch ein erfolgreicher Dramatiker, Dichter, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent werde sollte. Schon während seines Musikstudiums erkennt man sein unglaubliches Talent, am Lauchstädter Theater findet er schließlich eine erste Anstellung, später feiert er Erfolge und erleidet Misserfolge in Dresden und wird großzügig von König Ludwig II. gefördert, der ihn bis an sein Lebensende unterstützt.

Zum 100. Geburtstag von Richard Wagner hatte der deutsche Filmproduzent Oskar Messter die Idee, das Leben des Komponisten zu verfilmen. So entstand unter der Regie von Carl Froelich das erste - recht wohlwollende - Biopic des deutschen Films, zu dem auch die erste deutsche Filmmusik geschrieben wurde. Anlässlich des 200. Geburtstags von Richard Wagner wurde das 100 Jahre alte Filmwerk in einer rekonstruierten Fassung von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und ZDF/ARTE wieder zugänglich gemacht. In der Wagner-Rolle ist der italienische Komponist Giuseppe Becce zu sehen, der auch für die Filmmusik verantwortlich zeichnete. Denn seinerzeit verweigerte die noch lebende Wagner-Witwe Cosima die Verwendung der Musik ihres verstorbenen Gatten und ihres Vaters Fanz Liszt, so dass der talentierte Becce (er schuf etwa die Kompositionen für die beiden Murnau-Filme "Der letzte Mann" und "Tartüff") kurzerhand eine Musik komponierte, die der Musik beider so stark nachempfunden war, dass man sofort die Referenz zum Original erkannte, gleichzeitig aber so verschieden war, dass rechtlich nichts einzuwenden war.

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