In den Zwanzigerjahren kommt der junge Student Jean Gaussin nach Paris, weil er Konsul werden will. Er verliebt sich in die schöne Sapho, die als Künstlermodell eine zwielichtige Berühmtheit genießt. Bald steht er vor einer schweren Entscheidung ...

Der Regisseur Moati wählt die Zwanzigerjahre, die Epoche der falschen Sorglosigkeit und der Feiern auf dem Lande, wo sich hinter verschlossenen Türen eine zum Scheitern verurteilte Liebesbeziehung erschöpft. Serge Moati ist einer der großen Namen in der Welt des französischen Fernsehens. Neben vielen Dokumentationen hat er auch zahlreiche Fernsehfilme produziert, u.a. "Une page d'amour" (1995) nach Emile Zola, "Le Feu sous la Glace" (1997) und "Un mois de réflexion" (1998). Sein Film "Sapho" entstand nach der Vorlage des gleichnamigen Romans von Alphonse Daudet (1840-1897). Dessen 1884 erschienenes "Pariser Sittenbild" (Originaltitel: "Sapho. Moeurs Parisiennes"), ist ein Thesenroman ohne Moralisieren, durchzogen von impressionistischen Stimmungsschwankungen und gehalten in rasantem Tempo. Zentrales Thema von Buch wie Film ist die Unvereinbarkeit von ungehemmter Erotik und bürgerlichem Glück. "Sapho", die psychologische Analyse einer zum Scheitern verurteilten Liaison, gilt als Daudets bedeutendster Gesellschaftsroman und zugleich als ein Meisterwerk des Realismus.