Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, arbeitet sich Tony Camonte, genannt "Scarface" zielstrebig und mit äußerster Brutalität bis an die Spitze eines mächtigen Verbrechersyndikats empor, scheitert jedoch an privaten Intrigen und an der Maßlosigkeit seines Machtstrebens.

Nach der gleichnamigen Romanvorlage von Armitage Trail inszenierte Regie-Ikone Howard Hawks in freier Bearbeitung der authentischen Lebensgeschichte von Al Capone einen Film, der vom Aufstieg und Fall eines skrupellosen Gangsters im Amerika der 20er Jahre erzählt. Die harte Negativversion einer amerikanischen Unternehmerkarriere bleibt in der Charakterisierung ihrer Hauptfigur mehrdeutig: Zwar erscheint der Held in seinem asozialen, psychopathischen Verhalten als "Schande der Nation", gewinnt jedoch starke Faszinationskraft als Prototyp des Tatmenschen und Individualisten, der seinen persönlichen und moralischen Code gegen die Regeln einer korrupten Gesellschaft durchsetzt - was den Produzenten Hughes mit der Zensur in Konflikt brachte und den Start des Films verzögerte. Ein temporeicher und durchaus humorvoller Klassiker - wenn nicht sogar der bedeutenste - des amerikanischen Gangsterfilms. In enger Verwandtschaft zu Hawks' Original inszenierte Gangster-Spezialist Brian De Palma 1983 seine Version von "Scarface" mit einem überragenden Al Pacino in der Hauptrolle.