Kurz nach dem Ersten Weltkrieg tritt Pfarrerstochter Ann Giddens (Michelle Dockery, Foto) ihre erste Stelle als Gouvernante der Waisenkinder Flora und Miles an. Diese leben mit den Hausangestellten auf dem schlossähnlichen Landgut Bly. Mit den Kindern hat Miss Giddens keine Probleme, sie sind lebhaft und gut erzogen. Doch schon bald ereignen sich seltsame Dinge, denn Miss Giddens glaubt in den alten Gemäuern Gestalten zu sehen, die plötzlich auftauchen und wieder verschwinden. Als sie von der Haushälterin erfährt, dass einst die Erzieherin der Kinder Selbstmord beging und ihr Geliebter, der ehemalige Hausverwalter, unter mysteriösen Umständen starb, ist sie überzeugt, dass die Geister der Toten von den Kindern Besitz ergreifen wollen ...

1897 schrieb US-Schriftsteller Henry James (1843-1916), einer der Schöpfer des modernen psychologischen Romans, seine phantastische Erzählung "The Turn of The Screw", in der er übersinnliche Vorgänge schilderte, die mit dem menschlichen Verstand kaum erklärbar sind. Bereits vielfach fürs Kino und TV adaptiert, erinnern sich Filmfreunde sicher an den brillant inszenierten und gespielten Jack-Clayton-Das Schloss des Schreckens mit Deborah Kerr in der Rolle der Miss Giddens. 2009 wagte Tim Fywell ("Feindesland - Lebenslänglich IRA", "Norma Jean & Marilyn", "Im Eishaus") schließlich diese solide inszenierte Neuverfilmung, in der Michelle Dockery ("Hogfather - Schaurige Weihnachten") in der Rolle der Miss Giddens ebenso überzeugt wie Eva Sayer und Josef Lindsay in den Rollen der beiden Kinder, doch packender und effektvoller bleibt immer noch Claytons Meisterwerk.

Foto: arte F/BBC/Colin Hutton