Die vorgeschobenen Grenzstädte im Wyoming des Jahres 1867 gelten als besonders gefährliches Gelände: Hier sammeln sich die Outlaws, um Siedler und Durchreisende zu berauben. Der elegante Spieler Jim Wylie ist eigentlich selbst eine etwas dubiose Erscheinung. Aber er hat sich, nicht ganz freiwillig, dazu überreden lassen, als Undercover-Agent für das Gesetz tätig zu werden. Wylies Auftrag besteht darin, den "Poeten" dingfest zu machen, einen berüchtigten Räuber, der mit verblüffender Präzision die Postkutschen von Wells Fargo überfällt und am Tatort stets ein - mäßig gereimtes - Gedicht zurücklässt. Auf dem Weg von Cheyenne nach Laramie, wo der Poet angeblich gerade eine Bande formiert, lernt Wylie die geheimnisvolle Ann Kincaid kennen. Außerdem begreift er, wie effektiv sein Widersacher arbeitet: Als seine Kutsche von der Gang des Revolverhelden Sundance angehalten wird, stellt sich heraus, dass der Poet längst sein Geschäft erledigt hat - die Fargo-Kasse ist leer. In Cheyenne kompliziert sich die Angelegenheit: Sundance und seine Leute halten Wylie für den Poeten - und Ann für seine Frau. Tatsächlich ist die junge Reisende mit dem echten Räuber, dem Wells-Fargo-Manager Ed Landers, verheiratet. Sie verwickelt den Agenten in einen tödlichen kriminellen Kleinkrieg, den sie allerdings selbst nicht recht zu durchschauen scheint.

Regisseur Raoul Walsh und seine Autoren haben den Western mit originellen kriminalistischen Elementen aufgefrischt: "Schmutzige Dollars" lebt von überraschenden Handlungswendungen, undurchschaubaren Charakteren und einer kühlen Schwarzweißfotografie.

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