Brasilien und Deutschland - unterschiedlicher können zwei Staaten nicht sein. So scheint etwa in Südamerika immer die Sonne und die gut gebauten Mädels haben nichts anderes zu tun, als ihre vom Karneval oder Sambatanz erhitzten Körper ins kühle Nass der Copacabana zu tauchen. Allerdings gibt's auch jede Menge Slums, Mord und Totschlag und so'n Zeugs. Dagegen sind alle Deutschen reich, es gibt an jeder Ecke Neonazis, alle sind so pünktlich wie humorlos und leben, um zu arbeiten. Gegessen wird nur Schweinshaxe und alle Männer tragen Gamsbärte an den Hüten. Nur einige wenige Klischees, die der eine vom jeweils anderen hat. Denn die Realität sieht anders aus ...

Der in München lebende brasilianische Schriftsteller und Kabarettist Zé do Rock, der bereits mit seinen "ultradoitsh", d. h. sprachlich verfremdeten Büchern "Fom Winde ferfeelt", "UFO in der Küche" und "Deutsch gutt sonst Geld zurück" auf sich aufmerksam machte, reiste 9000 Kilometer durch Brasilien und Deutschland, um Volkes Stimme in über 100 Stunden Rohmaterial einzufangen. Dabei stellt er die wechselseitigen Vorurteile vor - um sie schon nach kurzer Zeit als ebendiese zu entlarven. Do Rock zeigt Brasilianer mit deutschen Namen, türkische Sänger, die in Deutschland brasilianische Lieder singen, lichtet attraktive deutsche Frauen ab, die in knappen Bikinis in deutsche Badeseen hüpfen und reist schließlich in die Titel gebende Stadt Schroeder in Südbrasilien. Ein äußert amüsanter und zum Teil nachdenklich stimmender Spaß mit jede Menge skurrilem Humor.

Foto: Neues Arena