An einem Sommertag in Paris erzählt der Verlagslektor Alain seiner Zufallsbekanntschaft Sophie in einem Bistro von einer Wette, die er vor einigen Jahren mit seinem ehemaligen Freund und Kollegen Lionel abgeschlossen hatte: Der Frauenheld Lionel soll sich eine weibliche "Beute" suchen und mit ihr eine Nacht verbringen, ohne mit ihr zu schlafen. Lionels Wahl fällt auf die attraktive, jedoch etwas scheu wirkende Claire. Aber der Schein trügt. Unter der schüchternen Oberfläche brodelt ein erotischer Vulkan. So wird aus dem Jäger der Gejagte. Claire fordert ihre sexuellen Bedürfnisse ein und lässt keinen Versuch aus, ihn zu verführen...

Olivier Pérays erste abendfüllende Regiearbeit versprüht typisch französischen Esprit. Einen besonderen Reiz gewinnt der Film durch die ständige Verquickung von Rahmenhandlung - Alains und Sophies Unterhaltung im Bistro - und der eigentlichen Story. Und man kann nie sicher sein, ob der Erzähler tatsächlich bei der Wahrheit bleibt. Der 1949 in Paris geborene Péray studierte zunächst Mathematik und arbeitete als Lehrer, bevor er in den Achtzigerjahren erste Filmerfahrungen als Regieassistent so anerkannter Filmemacher wie Robert Bresson, Henri Verneuil und Jacques Rouffio sammelte. 1994 errang Péray mit seinem ersten Kurzfilm "Gueule d'atmosphere" gleich den begehrten César. "Schule der Verführung" erhielt bei den Berliner Filmfestspielen den Pierrot-Preis des jungen europäischen Kinos.