Die gefragte Theaterregisseurin Fanny Dannewald wagt ein Experiment: Mit Inhaftierten einer Jugendstrafanstalt will sie Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" auf ihre Theaterbühne bringen. Begleitet wird sie dabei von Anstalts-Sozialarbeiter Peter Kilian, der dem Vorhaben allerdings eher distanziert gegenübersteht. Aus den Bewerbern sucht sich Fanny ausgerechnet die größten Krawallmacher Pjotr, Stefan, Timo, Erdal, Faruk und Patrick für das außergewöhnliche Ensemble aus. In ihrem Bemühen, aus den jugendlichen Straftätern ein Team aus engagierten "Schauspielern" zu formen, stößt Fanny schnell an ihre Grenzen. Der einseitige und perspektivlose Alltag der Häftlinge wird bestimmt von Statuskämpfen, Erniedrigungen und starken Hierarchien - eine Welt, die mit den Maßstäben des intellektuellen Bildungsbürgertums nicht zu messen ist. Trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge gibt Fanny nicht auf ...

Krimi-Routinier Torsten C. Fischer ("Tatort - Minenspiel", "Schimanski - Tod in der Siedlung"), der zuvor mit den Dramen "Katzenzungen" und "Guter Junge" überzeugen konnte, legt hier ein beeindruckend inszeniertes und gespieltes Genrewerk vor. Nach der Vorlage des Autoren-Duos Eva und Volker A. Zahn ("Lutter - Blutsbande", "Plötzlich berühmt", "Kolle - Ein Leben für Liebe und Sex") stimmig in Szene gesetzt und zum Teil in der Justizvollzugsanstalt Siegen gedreht, überzeugt "Schurkenspiel" durch die authenische Milieudarstellung und die erfrischend aufspielenden Jungdarsteller. Da verzeiht man auch die ein oder andere Übertreibung in den Figurenzeichnungen.

Foto: WDR/Martin Rottenkolber