Ein Tiroler Bergdorf, Ende des 19. Jahrhunderts: Nach dem Lawinentod der Mutter gerät Kaspars Familie in tiefe Not. Der Vater hat keine Wahl, er folgt dem Rat des Pfarrers und schickt seinen ältesten Sohn Kaspar ins Schwabenland, wo er sich als billige Aushilfskraft bei fremden Bauern verdingen soll. Die schmerzhafte Trennung vom geliebten Vater ist erst der Anfang einer mühsamen Odyssee. Gemeinsam mit zwölf anderen Kindern und einem "Kooperator" (Tobias Moretti, Foto) macht sich Kaspar auf den schwierigen, entbehrungsreichen Weg übers verschneite Gebirge. Ziel ist Ravensburg, wo die Kinder als Bauernknechte und -mägde auf einem Kindermarkt verkauft werden. Kaspar hat kein Glück. Er endet bei Steinhauser, einem "Saubauern", der den Jungen tyrannisiert. Kaspar will um jeden Preis fliehen ...

Als Schwabenkinder bezeichnete man Ende des 19. Jahrhunderts arme Bergbauernkinder aus Vorarlberg, Tirol und der Schweiz, die jährlich im Frühjahr ins Schwäbische zogen, um dort als billige Arbeitskräfte an Bauern verkauft zu werden. Jo Baier nahm sich des Themas an, indem er von der Odyssee des kleinen Kaspar erzählt. Starke Darsteller, eine sensible Regie und stimmiges Dekor - als historische Kulisse für Ravensburg diente die Bodensee-Stadt Meersburg - sorgen hier für beste Unterhaltung, die bisweilen sehr zu Herzen geht.

Foto: SWR/BR/Frischauf-Bild/B. Berger