1948 wurde in Mosney im irischen County Meath, etwa eine Autostunde nördlich von Dublin gelegen, ein Ferienlager eröffnet, in dem irische Familien ihrem Alltag entfliehen und sich erholen konnten. In seinen besten Zeiten bevölkerten bis zu 2800 Urlauber und nahezu 4000 tägliche Besucher das Ferienlager, das schließlich 2000 aufgelöst wurde. Heute fallen Besuchern nur noch eine merkwürdige Ansammlung grauer Zementhäuser auf. Die Türen sind bunt gestrichen und am nahen Meer verrosten alte Jahrmarktsattraktionen. Mosney dient als Aufnahmelager für Asylbewerber aus der ganzen Welt. Hier warten sie oft jahrelang auf den Bescheid über ihren Asylantrag. Wie reagieren diese vertriebenen, traumatisierten Menschen auf die neue, fremde Umgebung?

Das Filmemacher-Duo Nicky Gogan und Paul Rowley haben drei Jahre lang in Mosney gelebt und das Vertrauen der Bewohner gewonnen, die ihnen ihre Lebensgeschichten erzählt haben. Menschen aus dem Kongo, aus Kurdistan, Somalia oder Sri Lanka berichten, wie sie gezwungen wurden, alles aufzugeben, wie sie ihre Heimat verlassen mussten, um in ein Land zu reisen, in dem sie niemanden kennen. Und der Zuschauer erfährt mehr über ihr traumatisches Warten – über die Angst, die sich in diesem bizarren Niemandsland entwickelt.

Foto: Freunde d. dt. Kinemathek