Irgendwo im hohen Norden Norwegens: Isak und Inger leben glücklich auf ihrem eigenen Stück Erde. Durch ihrer Hände Arbeit trotzen sie der kargen Natur genug zu Essen für ihre kleine Familie ab und können sogar ein wenig Geld beiseite legen. Doch als ihr drittes Kind mit einer Hasenscharte geboren wird, entschließt sich Inger, das Neugeborene zu töten. Das bleibt nicht ohne Folgen ...

Ein aufwändig inszenierter Stummfilm des dänischen Regisseurs Gunnar Sommerfeldt, der seine Geschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt. Als Vorlage diente der gleichnamige, 1917 erschienene Roman des norwegischen Schriftstellers Knut Hamsun (1859 -1952). "Segen der Erde" wurde erstmals an Weihnachten 1921 im Victoria Theater in Christiania aufgeführt. Sogar Norwegens König Haakon war zu der Vorpremiere geladen. Der Aufstieg des Films zum nationalen Kulturereignis ersten Ranges ist auch der Originalmusik zu verdanken, die leitmotivisch angelegt ist und mit signifikanten Themen die Protagonisten sowie ihre jeweilige Gefühlslage charakterisiert. Komponiert hat sie der renommierte Geiger und damalige Kapellmeister des Nationaltheaters Leif Halvorsen, der damit als der erste norwegische Filmkomponist in die Geschichte einging. Lange Zeit galten Film und Originalpartitur als verschollen - bis in New York eine unvollständige Kopie auftauchte. Als 1991 eine zweite Kopie im Niederländischen Filmmuseum identifiziert wurde, konnte der Film samt seinen beeindruckenden Original-Viragen aus den beiden Quellen wieder hergestellt werden. Die Originalmusik hat sich als Notensatz im Archiv des Norwegischen Rundfunks erhalten und wurde dort 1994 entdeckt. Mit der nun vorliegenden Film- und Musikrekonstruktion ist ein Pionierwerk der skandinavischen Filmgeschichte in einer authentischen Fassung wiederhergestellt worden.

Foto: ZDF